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Beitrag Dr. Krüger in der Publikation:
Corporate Social Responsibility in kommunalen Unternehmen

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Kooperation Steuerrecht - Steuerberatung:
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© Frank Wiedemeier

Medienberichte

Der Fall Hoeneß
FC Bayern Interview des Handesblatts mit Dr. Krüger

"Der FC Bayern will seine Satzung ändern. Dabei geht es vordergründig um das Wörtchen „unbescholten“. Ex-Präsident Uli Hoeneß soll bald angestellt werden – und der Verein will nicht in Erklärungsnot kommen.

Der Zeitpunkt ist pikant und lässt Spekulationen hochkochen. Der FC Bayern will seine Mitglieder am 28. November auf der Hauptversammlung über eine Satzungsänderung abstimmen lassen. Das bestätigten Fankreise nach mehreren Medienberichten, etwa der „Bild“-Zeitung und des „Merkur“, gegenüber Handelsblatt Online.

Der Änderungswunsch: Der Wortlaut in Artikel 7 über die Aufnahme neuer Mitglieder. Bisher lautet dieser: „Als Mitglied können nur unbescholtene Personen aufgenommen werden.“ Künftig soll der Passus heißen: „Mitglied kann jede natürliche Person werden, welche die Ziele des Clubs unterstützt.“ Ein Zusammenhang drängt sich da: Momentan sitzt Ex-Präsident Uli Hoeneß noch in Haft. Ab Beginn des Jahres 2015 soll er aber wieder für den Verein arbeiten. „Es ist beabsichtigt, dass Uli Hoeneß in unserem Nachwuchsbereich beschäftigt wird, sobald er Freigang bekommt“, bestätigte Vereinspräsident Karl Hopfner in einem Interview der „Welt am Sonntag“. Freigänger können tagsüber außerhalb des Gefängnisses arbeiten und müssen nur zum Schlafen hinter Gitter. Seit Monaten war bereits spekuliert worden, dass der 62-Jährige bald wieder tagsüber bei seinem ehemaligen Club arbeitet. Hoeneß war bis zu seinem Rücktritt Mitte März 2014 Vereinspräsident und Aufsichtsratschef der ausgegliederten Profi-AG beim deutschen Fußball-Branchenprimus.

Das Münchner Landgericht hatte Hoeneß am 13. März wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Am 2. Juni musste er ins Gefängnis. Am 20. September bekam er seinen ersten Ausgang. Wann Hoeneß Freigänger wird, kommentieren die Justizbehörden nicht. Mit solch einem Job im Verein würde Uli Hoeneß auch erstmals seit Beginn seiner Haft im Juni 2014 in die breite Öffentlichkeit zurückkehren. Und da liegt für das Präsidium des Vereins möglicherweise das Problem, das die Verantwortlichen nun zu der Satzungsänderung animierte. Denn das Präsidium entscheidet über Mitgliedsanträge und kann somit auch im Zweifel Mitgliedsaspiranten ablehnen. Es könnte nun in Erklärungsnot kommen, wenn es vorbestrafte Sportfans oder Freigänger von einer Mitgliedschaft ausschließen wollte.

Ein Austritt kann nicht erzwungen werden
Zwar muss das Präsidium laut Satzung keine Begründung dafür geben, weshalb es einen Anwärter ablehnt. Und es ist auch keine Praxis, ein polizeiliches Führungszeugnis anzufordern. Doch in manchen Fällen dürften entsprechende Erkenntnisse durchaus zur Ablehnung führen. Ein so zurückgewiesener Fan könnte Widerspruch gegen eine Ablehnung einlegen – dann käme der Fall vor ein Gremium des Präsidiums in Abstimmung mit dem Ehrenrat, der ein gewisses moralisches Gegengewicht zu teils streitbaren Entscheidungen des Gremiums bilden soll. Spätestens in dieser Instanz könnte es für das Präsidium also künftig schwierig werden mit der Stallhygiene. Zudem stünde eine Wiederbeschäftigung von Hoeneß im starken Widerspruch zu den eigenen Leitlinien, was am Vereinsimage kratzen würde.

Der Verein wollte sich zu einer entsprechenden Anfrage trotz mehrfacher Kontaktversuche nicht äußern. In der „Bild“-Zeitung nannte es der heutige Präsident Karl Hopfner „hanebüchen“, einen Zusammenhang zwischen der Satzungsänderung und der Rückkehr von Uli Hoeneß zu ziehen. Doch Beobachter halten dies für wenig überzeugend. „Für mich drängt sich da ein Zusammenhang in jedem Fall auf, allein schon wegen des Zeitpunktes“, sagt Kay Krüger, Anwalt für Vereinsrecht der Kanzlei Krüger in Düsseldorf und Gründungsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Vereine. Der Jurist hält es für nachvollziehbar und strategisch sinnvoll, dass der Klub einen möglichen Widerspruch zwischen der Arbeit von Uli Hoeneß und den eigenen Leitlinien von vornherein aus der Welt schaffen will. Er stellt klar: „Der FC Bayern wäre auch ohne Satzungsänderung keinesfalls verpflichtet, Uli Hoeneß auszuschließen. Der Verein allein entscheidet über die Mitgliedschaften.“

Verein braucht Dreiviertel-Mehrheit
Ohnehin ließe sich mit der Formulierung „unbescholtene Personen“ juristisch wenig erreichen, da es sich um einen „unbestimmten Rechtsbegriff“ handelt, der immer einer Auslegung bedarf. „Dies ist eine sehr alte Formulierung, die vermutlich schon sehr lange in der Satzung steht“, vermutet Krüger. „Dabei ist überhaupt nicht klar, was „unbescholten“ meint – eine Person, die wie Hoeneß eine Strafe verbüßt oder diese bereits hinter sich hat, könnte auch als unbescholten klassifiziert werden“, so der Jurist. Doch natürlich lässt sich absehen, dass ein enormer öffentlicher Druck entstehen könnte, wenn der FC Bayern die Passage in der Satzung belässt und sich lautstarke Kritiker finden. Deshalb sehen es nun auch einige Fans als sinnvoll an, die Satzung zu ändern. „Natürlich ist der Zeitpunkt ein bisschen unglücklich gewählt, weil so der Zusammenhang mit Hoeneß und seinem neuen Job offensichtlich ist und das in den Medien wieder an die große Glocke gehängt wird“, sagt Nick Rempfer, Vorsitzender des Fanclubs „Sportfreunde München 2.0“.

„Aber ich sehe das nicht als Fehler an, es ist in Ordnung, Hoeneß so den Weg zurück zu erleichtern“, so Rempfer. Der Ex-Präsident hat nach seiner Meinung die Chance auf eine Rückkehr in die Vereinsarbeit verdient: „Jeder Häftling, der sich entsprechend verhält, kann Freigang bekommen, wenn er eine Arbeit hat – und bei Hoeneß liegt es nahe, dass er diese Arbeit bei Bayern sucht.“ Die Haltung gegenüber Hoeneß in der Fanszene ist gespalten, längst stehen nicht mehr alle auf seiner Seite. Doch viele Klubanhänger sind genauso über den Umgang der Öffentlichkeit mit Hoeneß entzürnt. So auch Rempfer. Hoeneß habe große Fehler gemacht, seine Strafe sei verdient. Aber: „Die Medien haben eine unheimliche Macht, und sie vergessen offenbar manchmal, dass Sportler oder Personen wie Uli Hoeneß auch Familien und Enkelkinder haben, die unter reißerischer Berichterstattung leiden.“ Das sei nicht in Ordnung und somit sei es nachvollziehbar, dass der Verein nun großen Debatten um Hoeneß' weitere Mitgliedschaft vorgreifen wolle, sagt Rempfer. Fest steht: Die Diskussion darüber, ob Hoeneß nach seiner Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro noch zu den moralischen Ansprüchen des FC Bayern passt, ist mit einer Satzungsänderung nicht aus der Welt. „Darüber gibt es noch viel zu reden, und darüber wird auch geredet werden“, glaubt Jurist Kay Krüger. „Aber so hat der Verein wenigstens eine Chance, dass die Diskussion etwas schneller abebbt, als wenn jemand in Rekursion auf die Satzung gegen Hoeneß mobil macht.“ Ob der Verein diese Gelegenheit bekommt, entscheiden Ende November die Mitglieder. Dafür müssen 75 Prozent der anwesenden Fans für die Satzungsänderung stimmen."

Quelle: www.handelsblatt.com